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Muslimisches Engagement in NRW

Am 1.7.19 hatte das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) zum Kongress "Muslimisches Engagement in NRW" geladen und Vertreter*innen aus rund hundert muslimischen Organisationen kamen. Das Aktionsbündnis wurde durch zwei Teilnehmerinnen repräsentiert; die Vorsitzende war Podiumsgast. Darüber hinaus gab es zahlreiche AmF-Mitglieder, die dort ihre eigenen Vereine/Projekte vertraten. Der Kongress wurde vom NRW-Integrationsminister Joachim Stamp eröffnet; er hob die Bedeutung der Zusammenarbeit mit muslimischen Akteuren der Zivilgesellschaft hervor und betonte die Notwendigkeit einer Versachlichung des Diskurses über Muslime. Dies war einer der Gründe, die Konferenz am Tag gegen antimuslimischen Rassismus auszurichten. Islamfeindliche Übergriffe bezeichnete er als "Angriffe auf die zentralen Werte unserer Gesellschaft." Anschließend stellten Prof. Aladin El-Mafaalani und die zuständige Referentin Munise Oguzay in kurzweiligen Reden die Struktur und Arbeitsbereiche der neu gegründeten Koordinierungsstelle vor.

Herzstück des Kongresses war die Arbeit in drei Fachforen zu den Themen "Innermuslimischer Dialog"; "Expertenrat" und "Projektförderung".

Im Fachforum Expertenrat konnte u.a. die AmF-Vorsitzende Gabriele Boos-Niazy einen Input geben. Die anschließende offene Diskussion verlief kontrovers, aber sachlich. Darüber, dass ein Expert*innenrat die Landesregierung dabei unterstützen könnte, die Lebenswirklichkeit der MuslimInnen besser als bisher kennenzulernen, herrschte weitgehende Einigkeit. Dazu sollten innerhalb des Rates Expert*innen verschiedener Fachrichtungen vertreten sein. Darüber, wie der Rat besetzt werden und eine breite Akzeptanz des Rates sichergestellt werden könne, konnte  innerhalb der zweistündigen Diskussion jedoch noch kein Konsens erzielt werden.

Das Fachforum Projektentwicklung begann mit der Vorstellung des Projekts "Qualifizierung muslimischer und alevitischer Wohlfahrtspflege". Das Projekt wurde sowohl vom Paritätischen Wohlfahrtsverband als auch von den beteiligten muslimischen Verbänden sehr positiv bewertet und ein Nachfolgeprojekt mit mehr Standorten und Gemeinden ist geplant.

Nachmittags wurden im Fachforum dann die Rahmenbedingungen und Erwartungen der Teilnehmer*innen  diskutiert. Dabei wurden die Kenntnis lokaler Strukturen und Akteure (sowohl von muslimischer als auch von staatlicher Seite) und die Qualitätskontrolle innerhalb der Projekte als wichtige Punkte genannt. Auch die Möglichkeit des Wissenstransfers aus bereits durchgeführten Projekten wurde diskutiert.

In der abschließenden Runde wurden die Ergebnisse der Fachforen in großer Runde vorgestellt. Dann klang die Veranstaltung in einem Get-Together aus, das wir nicht nur zur Vernetzung genutzt haben, sondern auch dafür, die anwesenden vielfältig aktiven AmF-Mitglieder, die sich noch nicht persönlich kannten, zusammenzubringen.