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Vor dem Arbeitsgericht Berlin hat eine Klägerin, die gegen das Land Berlin geklagt hatte, weil sie aufgrund des Neutralitätsgesetzes nicht an einer Grundschule tätig sein darf, erst einmal verloren. Die Versetzung an eine andere Schule sei rechtmäßig, da das Neutralitätsgesetz nach Ansicht des Gerichtes nicht verfassungswidrig sei. Inssan e.V. und das Bündnis #GegenBerufsverbot, dem auch das AmF angehört, fordern: Das Neutralitätsgesetz darf nicht länger bestehen bleiben.

"Gleiche Rechte für alle: Frauenrechte und Religionsfreiheit"

Zur Diskussion dieses interessanten und (immer noch) aktuellen Themas trafen sich in Karlsruhe zahlreiche Interessierte im Internationalen Begegnungszentrum (ibz). Eingeladen hatte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Annette Niesyto, das ibz und die AG Garten der Religionen e.V.. Den Einführungsvortrag hielt Dr. Susanne Baer, derzeit Richterin am Bundesverfassungsgericht. Sie verstand es, das anspruchsvolle Thema klar und lebendig darzustellen, vor allem, weil sie den Schwerpunkt auf lebensnahe und aktuelle Fragen legte, so z.B. den Bereich der Arbeit (Kopftuchdebatten, Sonderstellung kirchlicher Arbeitgeber usw.), der Öffentlichkeit (Rassismus jeglicher Art, Sichtbarkeit religiös motivierter Bekleidung) der Familie (z.B. Abtreibungsrecht), Ehe und Partnerschaft (z.B. Morde im Namen der Ehre, Ehe für alle) Für viele Zuhörer angesichts der medialen Berichterstattung sicher verblüffend: Die absolute Mehrheit der Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht, bei denen Religion eine Rolle spielt, werden nicht von Muslimen angestrengt. Nach dem Vortrag folgten Kurzkommentare von Frauen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften (für die muslimische Seite kommentierte die AmF-Vorstandsvorsitzende Gabriele Boos-Niazy) sowie die stellvertretende Vorsitzende des DGB Baden-Württemberg. Im anschließenden World-Café wurde in kleinen, rotierenden Gruppen das Gesagte reflektiert und die Relevanz für die eigene Arbeit diskutiert. Eine sehr gelungene Veranstaltung!

1. Bundesweites Vernetzungstreffen der Akteure im Bereich Islam- und Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus 12./13.04.2018

Am 12.-13. April fand in Berlin das erste Bundesweite Vernetzungstreffen der Akteure im Bereich Islam- und Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus statt. Ausrichter der Veranstaltung war CLAIM - Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit.

Das abwechslungsreiche Programm bot schon am ersten Tag viel Interessantes: Nach Informationen über die Entstehungsgeschichte von CLAIM folgte eine Podiumsdiskussion mit AktivistInnen, die oft sehr mitreißend von ihrer Arbeit berichteten. Dann wurde gemeinsam über die Frage debattiert, wie es mit dem von RAMSA ins Leben gerufenen Tag gegen antimuslimischen Rassismus (1. Juli) weitergehen kann und schließlich riss Iman Abou Atta von TELL MAMA (Measuring Anti-Muslim Attacks, London) mit ihrem Vortrag selbst diejenigen mit, die ein nachmittägliches Tief hatten. Auch wenn klar wurde, dass wir in Deutschland noch meilenweit von den Möglichkeiten, die ihre Organisation sowohl personell als auch in der Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden hat, entfernt sind, hat die positive Energie, die sie versprüt hat, auf die Zuhörer übergegriffen.

Am zweiten Tag ging es dann in die Arbeitsgruppen, die aufgrund der immer wieder wechselnden Zusammensetzung und der spezifischen Fragestellungen sehr zielgerichtet arbeiteten und vielfältige und fruchtbare Ideen generierten. Die großzügigen Pausen trugen dazu bei, dass die unterschiedlichsten Teilnehmer locker ins Gespräch kamen.

Faszinierend war die Idee, die Tagung zeichnerisch zu begleiten. Die TeilnehmerInnen hatten die Akteure im Blick und sahen zeitgleich, wie
deren Reden und Diskussionen im Comicstil festgehalten wurden; wirklich beindruckend.

Ein rundum gelungene Veranstaltung, die gerade in diesen turbulenten Zeiten gezeigt hat, dass es jenseits der Schlagzeilen sehr viele unterschiedliche Menschen gibt, die sich in ebenso unterschiedlichen Projekten gegen Muslimfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus einsetzen und so den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken wollen und sich Spaltungstendenzen entgegensetzen. Herzlichen Dank dafür!