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Am 12. November hat Gabriele Boos-Niazy das AmF beim Festakt anlässlich der Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren vertreten. Eingeladen hatte die Bundeskanzlerin sowie die Familienministerin Franziska Giffey.
Die Feierlichkeiten fanden in den sehr schönen Räumlichkeiten des Historischen Museums, unter einem großen Atrium statt und wurden von Nazan Gökdemir moderiert. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit der 1910 von der britischen Frauenrechtlerin Ethel Smyth komponierten Hymne „March of the Women“ (gesungen vom Kammerchor Tonikum e.V.). Es folgte ein sehenswerter Kampagnenfilm zum historischen Hintergrund des Frauenwahlrechts.
Die anschließende Rede von Frau Giffey war teilweise recht kämpferisch, mit schönen und plakativen Sätzen wie „Wer nichts will, bekommt auch nichts und wenn wir wissen, was wir wollen, dann bekommen wir es auch!“ und: „Jede einzelne Frau macht den Unterschied – entscheidet anders, sieht Dinge anders.“ Und: „Es gibt so viele großartige Frauen und die müssen ihren Platz bekommen und ihre Stimmen müssen gehört werden.“
Ein Highlight war die Video-Grußbotschaft der Premierministerin von Neuseeland, Jacinda Ardern. Man spürt tatsächlich einen anderen Wind, der dort offensichtlich in der Politik herrscht. In der anschließenden Podiumsdiskussion kamen neben der Kanzlerin und der Familienministerin, die 32jährige Jungunternehmerin Raffaela Rein und die Senatorin a.D. Dr. Peschel-Gutzeit (geb. 1932) zu Wort. Letztere ist noch aktive Rechtsanwältin für Familienrecht in Berlin, ehemalige Justizsenatorin in Hamburg und Berlin. In ihrer Zeit als Richterin, boxte sie 1968 zusammen mit Mitstreiterinnen durch, dass ein Gesetz erlassen wurde, das es Richterinnen und Beamtinnen erlaubte, sich für Familienzeiten beurlauben zu lassen oder Teilzeit zu arbeiten und später wieder Vollzeit einzusteigen – die sogenannte Lex Peschel.
Die (teilweise launige) Abschlussrede hielt die Bundeskanzlerin. Nach dem Ende des offiziellen Teils blieb ausreichend Zeit, interessante Gespräche zu führen, neue Kontakte zu knüpfen und alte zu erneuern und auch zwei weitere AmF-Mitglieder zu treffen. Insgesamt war es eine Veranstaltung, die zeigte, dass Frauen unterschiedlicher Herkunft oder Weltanschauung gemeinsame Interessen haben. Die Gesellschaft hat sich verändert - wir sind da, wir bringen uns ein und wir wollen mitmischen.
Den rund einstündigen Mitschnitt der gesamten Veranstaltung könnt ihr hier sehen. Unsere eigenen Eindrücke haben wir mit einigen Bildern eingefangen.






Am 01.07, dem Tag gegen antimuslimischen Rassismus, soll die Öffentlichkeit auf das Thema Islamfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus aufmerksam gemacht werden. An diesem Tag vor neun Jahren ist Marwa El-Sherbini in einem deutschen Gerichtssaal mit 18 Messerstichen von einem radikalen Rassisten ermordet worden. Seinen Anfang nahm das Drama mit einer alltäglichen Situation: Der Täter hatte Marwa El-Sherbini als "Islamistin", "Terroristin" und "Schlampe" beschimpft, nachdem sie ihn gebeten hatte, auf dem Spielplatz eine Schaukel für ihren kleinen Sohn freizugeben. Über den alltäglichen Rassismus und Hass wird vielfältig berichtet. Umso wichtiger ist es, die Geschichten derjenigen zu erzählen, die nicht akzeptieren, wenn Anfeindungen zum Alltag gehören, die sich rassistischer oder islamfeindlicher Diskriminierung entgegen stellen, die Zivilcourage beweisen oder es einfach nicht ertragen, bestimmte Aussagen ohne Wiederspruch im Raum stehen zu lassen; die Geschichten derjenigen, die andere in Schutz nehmen, nicht, weil diese Schutz brauchen, sondern weil es das Richtige ist, nicht stumm zu bleiben. Erzählt uns vom 29.06 bis 01.07. auf Facebook eure positiven Geschichten unter #KeinPlatzFürHass #‪‎Silberstreif‬AmHorizont‬‬‬‬

"Gleiche Rechte für alle: Frauenrechte und Religionsfreiheit"

Zur Diskussion dieses interessanten und (immer noch) aktuellen Themas trafen sich in Karlsruhe zahlreiche Interessierte im Internationalen Begegnungszentrum (ibz). Eingeladen hatte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Annette Niesyto, das ibz und die AG Garten der Religionen e.V.. Den Einführungsvortrag hielt Dr. Susanne Baer, derzeit Richterin am Bundesverfassungsgericht. Sie verstand es, das anspruchsvolle Thema klar und lebendig darzustellen, vor allem, weil sie den Schwerpunkt auf lebensnahe und aktuelle Fragen legte, so z.B. den Bereich der Arbeit (Kopftuchdebatten, Sonderstellung kirchlicher Arbeitgeber usw.), der Öffentlichkeit (Rassismus jeglicher Art, Sichtbarkeit religiös motivierter Bekleidung) der Familie (z.B. Abtreibungsrecht), Ehe und Partnerschaft (z.B. Morde im Namen der Ehre, Ehe für alle) Für viele Zuhörer angesichts der medialen Berichterstattung sicher verblüffend: Die absolute Mehrheit der Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht, bei denen Religion eine Rolle spielt, werden nicht von Muslimen angestrengt. Nach dem Vortrag folgten Kurzkommentare von Frauen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften (für die muslimische Seite kommentierte die AmF-Vorstandsvorsitzende Gabriele Boos-Niazy) sowie die stellvertretende Vorsitzende des DGB Baden-Württemberg. Im anschließenden World-Café wurde in kleinen, rotierenden Gruppen das Gesagte reflektiert und die Relevanz für die eigene Arbeit diskutiert. Eine sehr gelungene Veranstaltung!

1. Bundesweites Vernetzungstreffen der Akteure im Bereich Islam- und Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus 12./13.04.2018

Am 12.-13. April fand in Berlin das erste Bundesweite Vernetzungstreffen der Akteure im Bereich Islam- und Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus statt. Ausrichter der Veranstaltung war CLAIM - Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit.

Das abwechslungsreiche Programm bot schon am ersten Tag viel Interessantes: Nach Informationen über die Entstehungsgeschichte von CLAIM folgte eine Podiumsdiskussion mit AktivistInnen, die oft sehr mitreißend von ihrer Arbeit berichteten. Dann wurde gemeinsam über die Frage debattiert, wie es mit dem von RAMSA ins Leben gerufenen Tag gegen antimuslimischen Rassismus (1. Juli) weitergehen kann und schließlich riss Iman Abou Atta von TELL MAMA (Measuring Anti-Muslim Attacks, London) mit ihrem Vortrag selbst diejenigen mit, die ein nachmittägliches Tief hatten. Auch wenn klar wurde, dass wir in Deutschland noch meilenweit von den Möglichkeiten, die ihre Organisation sowohl personell als auch in der Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden hat, entfernt sind, hat die positive Energie, die sie versprüt hat, auf die Zuhörer übergegriffen.

Am zweiten Tag ging es dann in die Arbeitsgruppen, die aufgrund der immer wieder wechselnden Zusammensetzung und der spezifischen Fragestellungen sehr zielgerichtet arbeiteten und vielfältige und fruchtbare Ideen generierten. Die großzügigen Pausen trugen dazu bei, dass die unterschiedlichsten Teilnehmer locker ins Gespräch kamen.

Faszinierend war die Idee, die Tagung zeichnerisch zu begleiten. Die TeilnehmerInnen hatten die Akteure im Blick und sahen zeitgleich, wie
deren Reden und Diskussionen im Comicstil festgehalten wurden; wirklich beindruckend.

Ein rundum gelungene Veranstaltung, die gerade in diesen turbulenten Zeiten gezeigt hat, dass es jenseits der Schlagzeilen sehr viele unterschiedliche Menschen gibt, die sich in ebenso unterschiedlichen Projekten gegen Muslimfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus einsetzen und so den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken wollen und sich Spaltungstendenzen entgegensetzen. Herzlichen Dank dafür!

Kann man mit Kopftuch Karriere machen?

Zu diesem Thema lud "WDRforyou", der viersprachige Informationskanal für Flüchtlinge, zum Gespräch ein.

Teilnehmerinnen waren: Lilas Aldakehlallah, Schülerin und seit eineinhalb Jahren in Deutschland, Lale Akgün, Diplompsychologin, Gabriele Boos-Niazy, Dipl. Sozialwissenschaftlerin und Vorstandsvorsitzende des Aktionsbündnisses muslimischer Frauen e.V.

Hier

Diesem für viele brennenden Thema widmete sich ein Fachgespräch, an dem Mitarbeiter von Antidiskriminierungsstellen, Ministeriumsvertreter und Engagierte aus NGOs teilnahmen. Jetzt liegt die Dokumenation des Gesprächs vor.

http://www.aric-nrw.de/files/fgschule.pdf

Diskriminierungsbekämpfung als Extremismusprävention

Der Flüchtling von heute ist der Nachbar von morgen

 

Rund 70 Tagungsteilnehmer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet diskutierten in Köln mit Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen zwei Tage lang über die beiden Themen, die derzeit die Schlagzeilen bestimmen: die Radikalisierungstendenzen bestimmter Gruppen junger Muslime sowie die Herausforderungen angesichts der vielen Menschen, die Schutz in Deutschland suchen. Besonders im Fokus stand dabei die Situation minderjähriger (unbegleiteter) Flüchtlinge.

Frau Prof. Dr. Boos-Nünning und Frau Dr. Riem Spielhaus machten in ihren Eröffnungsvorträgen deutlich, dass die Extremismusprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, denn sie hat ebensolche Wurzeln. Dies deckt sich mit den Erkenntnissen des Verfassungsschutzes, nach dem radikalisierte Jugendliche nur selten aus den Reihen der Jugendverbände der organisierten islamischen Verbände stammen. Nach wie vor sind mangelnde Chancengleichheit im Bildungsbereich, kaum vorhandene religiöse Bildung, Ausgrenzungserfahrungen und „Scheich Google“ der Nährboden für radikale Ansichten, denen manchmal entsprechende Taten folgen.

An diesen Punkten setzten verschiedene Workshops der Tagung an. Neben den rechtlichen Basics bzgl. des Themas Diskriminierung wurden insbesondere die Schulen und Moscheegemeinden in den Blick genommen. Sie sollen deutlicher als bisher Orte sein, an denen Jugendliche für die rechtliche Gleichwertigkeit vielfältiger Lebensentwürfe sensibilisiert werden.

Der Bericht der Praktikerinnen im Bereich der Flüchtlingsarbeit zeigte vor allem zwei Problembereiche: Die schon erfolgte und noch zu erwartende Verschärfung des Asylrechts führt dazu, dass mitten in Deutschland Menschen leben, deren elementares Bedürfnis nach einem sicheren Platz, von dem sie nicht unerwartet wieder vertrieben werden, nicht erfüllt wird oder die jahrelang von ihren Familien getrennt sein werden. Das wird vor allem die jetzt noch sehr stark vorhandene Motivation zum Erlernen der Sprache und zur Integration dämpfen.

Die Teilnehmer*innen der Tagung schließen sich einmütig den Forderungen des Deutschen Frauenrates und anderer Organisationen an, Kinder und allein reisende Frauen getrennt von männlichen Flüchtlingen unterzubringen. Massenunterkünfte in Hallen, in denen keine Privatsphäre vorhanden ist, paralysieren und entmutigen die oftmals traumatisierten Flüchtlinge und sind dieser Gesellschaft nicht würdig.

 

Die Analyse des vielfältigen privaten Engagements der Teilnehmer*innen und die Informationen über bisher noch wenig bekannte Möglichkeiten der Hilfe (z.B. im Bereich der Vormundschaft) ließen einen positiven Ausblick zu: Jeder kann etwas tun und zusammen schaffen wir das!

 

Köln, den 06.12.2015

Aktionsbündnis muslimischer Frauen e. V.
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hier als PDF: Pressemitteilung AmF Tagung 5._6.12

 

 

Am Wochenende des 5./6. Dezember läd das Aktionsbündnis zu einer Tagung zum Thema "Diskriminierung und Bildungsdefizite als Nährboden von Abgrenzung und Radikalisierung - Herausforderungen und Handlungsstrategien unter Berücksichtigung der aktuellen Flüchtlingsdiskussion" ein.

Nähere Informationen zur Tagung entnehmen Sie bitte folgender Einladung.

Die verbindliche Anmeldung sollte bis zum 20.11.2015 per Mail an info@www.muslimische-frauen.de erfolgen.
Folgende Angaben werden benötigt:

Vor- und Nachname:
E-Mailadresse:

Kreuzen Sie bitte an:
( ) Ich nehme an beiden Tagen der Tagung teil
Ich nehme nur an einem Tag der Tagung teil, nämlich am
( ) 5. Dezember
( ) 6. Dezember

( ) Ich bitte um die Bestellung eines Abendessens am 5. Dezember (die Kosten von
6.- Euro müssen selbst getragen werden)

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme.

von Gabriele Boos-Niazy

Auch in diesem Jahr erhielt das Aktionsbündnis muslimischer Frauen zahlreiche Einladungen zum Iftar, aber die Einladung der Staatsministerin Aydan Özoğuz für den 30. Juni in Berlin hat uns besonders gefreut, zeigt sie doch, dass die Arbeit des Aktionsbündnisses auch in der Politik wahrgenommen wird. Veranstaltungsort war die Villa Borsig, das Gästehaus des Auswärtigen Amtes, malerisch direkt am Tegeler See gelegen.
Zunächst trafen sich alle Gäste auf der Terrasse – Zeit, um miteinander zu reden oder auch einfach nur den Ausblick zu genießen. Nachdem die Kanzlerin eingetroffen und alle reihum begrüßt hatte, wurde Aufstellung zum obligatorischen Gruppenfoto genommen.

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Zum Auftakt der Veranstaltung kamen wir in den Genuss klassischer Musik – ein Klarinettenquintett von Mozart, virtuos gespielt von Musikern des West-Eastern Divan Orchestra.
Die Staatsministerin begrüßte die Gäste, und man konnte ihr die Freude über die von ihr initiierte Einladung deutlich anmerken. Auch wenn es – wie zu erwarten – sowohl auf muslimischer als auch auf nicht-muslimischer Seite einen deutlichen Männerüberschuss bei den Gästen gab, hielt sich bei den Rednern die Verteilung der Geschlechter die Waage. Nicht zuletzt deshalb, weil Nurhan Soykan in ihrer derzeitigen Funktion als Sprecherin des KRM ein Grußwort sprach (nachzulesen hier ).
Weitere Grußworte sprachen der Landesbischof Bedford-Strohm (Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland), Alois Glück (Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken) sowie Josef Schuster (Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland). Schuster wies in seiner Rede auf zwei Strömungen in der Gesellschaft hin: Einerseits gebe es immer mehr Menschen, die die Einwanderung als Bereicherung sähen, andererseits mache sich aber auch vielerorts eine fremdenfeindliche, islamophobe und antisemitische Stimmung breit, die mehr als besorgniserregend sei.

Die Festrede hielt die Kanzlerin. Der Schwerpunkt lag auf dem, was die unterschiedlichen Religionen verbindet, auf dem Abbau gegenseitiger Vorbehalte durch intensive Kontakte, dem Aufruf, sich nicht spalten zu lassen und gemeinsam gegen Diskriminierung von Gläubigen oder Nicht-Gläubigen die Stimme zu erheben. Die Kanzlerin erneuerte ein Anliegen, das sie nach den Anschlägen in Paris an die Muslime gerichtet hatte (und das anscheinend noch niemand zu ihrer Zufriedenheit beantwortet hat): Angesichts der terroristischen Anschläge in Frankreich, Tunesien und Kuwait fragten sich viele Menschen, warum die Täter Menschenleben gering schätzten und als Tatmotiv ihre Religion nennen würden. Die Menschen „[...] haben Mühe, dem Satz zu folgen, dass Mörder, die sich für ihre Taten auf den Islam berufen, nichts mit dem Islam zu tun haben sollen.“ Sie wünsche sich nach wie vor eine Klärung dieser Fragen „[...] durch die Geistlichkeit des Islam [...].“ Dieser Klärung könne nicht mehr ausgewichen werden, weil ansonsten Kräfte gestärkt würden, die Muslime unter Generalverdacht stellten. Die Kanzlerin: „Ich erwidere ausdrücklich: Jede Ausgrenzung von Muslimen in Deutschland, jeder Generalverdacht gegen sie verbietet sich. Wir vergessen im Übrigen auch nicht, dass die allermeisten Opfer der weltweiten Terroranschläge Muslime sind.“

Ein kurzes Video zur Veranstaltung mit Redeausschnitt findet sich hier

Die komplette Rede der Kanzlerin ist hier nachzulesen.

Nach den Festreden erfolgte eine kurze Quranrezitation (Al Fatiha und Vers 20-22 aus Sura 30) und der Gebetsruf durch den Vorsitzenden des forums muslimischer stipendiatinnen & stipendiaten, Zakariya Ali. Im Anschluss wurde gemeinsam gegessen und in lockerer Atmosphäre geplaudert.

Bei der Verabschiedung ließ sich dann noch das eine oder andere schöne Motiv finden....

Impressionen vom Iftar mit der Staatsministerin Özoğuz und der Bundeskanzlerin

Von links nach rechts: Yasemin Shooman (Leiterin der Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin), Gabriele Boos-Niazy (Vorstand AmF), Nurhan Soykan (Generalsekretärin ZMD, amtierende KRM-Vorsitzende), Staatsministerin Aydan Özoğuz, Hatice Durmaz (Präsidentin RAMSA), Naika Foroutan (Humboldt-Universität zu Berlin).

Auch wenn aufgrund des engen Programms (leider) kein sehr tiefer Austausch zwischen allen Gästen zustande kommen konnte, hat die Veranstaltung aus meiner Sicht ihr Ziel erfüllt: ich habe sie als ein deutliches Zeichen an die Muslime und die Mehrheitsgesellschaft empfunden, dass der Islam nicht länger schwerpunktmäßig unter dem Aspekt der „Migranten-Religion“ und als potentielles Sicherheitsrisiko gesehen wird, sondern als Religion, der (endlich) ein Platz innerhalb des vielfältigen Spektrums an Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften in Deutschland eingeräumt wird. Bis diese Sichtweise bei allen Bevölkerungsschichten (und auch einigen Politikern) angekommen ist, wird es noch eine Weile dauern, aber diese Erfahrung teilen wir mit anderen Minderheiten.

Da es sich bei dem Empfang ausdrücklich um eine nicht-religiöse Veranstaltung handelte, fände ich es begrüßenswert, wenn bei einem erneuten Iftar auch Vertreter atheistischer Gruppen dabei wären, denn auch sie sind Teil des Spektrums an Weltanschauungen in Deutschland.