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Immer mehr junge Muslime engagieren sich in der Politik oder der Wirtschaft. Sie schreiben für verschiedene Medien, sind im sozialen Sektor aktiv und akademisch erfolgreich. Sie stehen für Innovation und kulturellen Reichtum in Deutschland.

Diesen jungen Muslimen möchte Zahnräder - Netzwerk junger muslimischer Köpfe eine Plattform bieten, auf der sie einander kennenlernen, Ideen und Visionen austauschen und Projekte entwickeln können.

Vom 24. bis zum 26. September findet in Wuppertal die erste Zahnräder-Konferenz statt. Die erste Bewerbungsphase ist bereits abgelaufen, allerdings gibt es noch die zweite Bewerbungsphase, die am 08.08.2010 enden wird.

Macht mit und bewerbt euch!

Mehr Informationen auf netzwerk-zahnraeder.de

17. Mai 2010 Berlin, die Deutsche Islamkonferenz II wird mit ihrem neuen Gastgeber, dem Innenminister Dr. Thomas de Maizière und einem neuen Konzept nun fortgesetzt. Während Dr. Schäuble als Protagonist die Weichen für den Dialog mit Muslimen in Deutschland stellte, baut der heutige Innenminister auf diesem Erbe auf und nennt die Verbesserung der Teilhabe der MuslimInnen in Deutschland als Ziel der DIK.

Den gesamten Artikel findet ihr auf der Seite der Heinrich Böll Stiftung.

Riem Spielhaus erhält Augsburger Wissenschaftspreis 2010. Die Islamwissenschaftlerin ist Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses muslimischer Frauen.

Der Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2010 geht an die Berliner Islamwissenschaftlerin Dr. Riem Spielhaus / Förderpreisträger ist der Marburger Sozialpsychologe Christian Issmer / Preisverleihung am 22. Juni 2010 im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.

Link zur Pressemitteilung hier.

Unter diesem Titel veranstaltete die Frauenbrücke Ost-West in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Augsburg und der Bundeszentrale für politische Bildung vom 26. - 28. März 2010 eine Tagung in Augsburg.

Zum ersten Mal seit ihrer Gründung beschäftigte sich eine Tagung der Frauenbrücke Ost-West mit dem Thema Religion und lud dazu Frauen unterschiedlicher religiöser Richtungen ein.
Zu Beginn gab Dr. Elif Özmen in einem eindrucksvollen Vortrag u.a. einen Einblick in die inhaltliche Wandlung des Toleranzbegriffes im Laufe der Geschichte, danach ging es um die christliche Grundlage politischen Engagements der Kirchen (Dr. Bertelmann). Anschließend wurde - unter dem Titel „Mutige Frauen im kirchlichen Gewand“ - das Leben von Edith Stein vorgestellt und Alexandra Caspari berichtete über ihr Lebens als erste deutsche Alt-Katholische Priesterin. ...weiterlesen "Frauen! Frieden! Freiheit! – Der Einfluss der Religionen auf Demokratie und Gleichstellung"

Paderborn (WB). Wenn am Montag die Deutsche Islamkonferenz einen neuen Anlauf nimmt, sitzt die Paderborner Religionswissenschaftlerin Tuba Isik-Yigit mit am Tisch in Berlin. Die 28-jährige Doktorandin arbeitet an der Universität der Paderstadt am Aufbau eines Studienganges für islamische Religionslehrer mit.

Bei zwei vorbereitenden Treffen zur Islamkonferenz haben alle Beteiligten - Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen und muslimischer Verbänden sowie zehn muslimische Einzelpersonen - bereits einen groben Rahmen abgesteckt. »Am Montag wollen wir dann konkrete Vorschläge erarbeiten. Es geht dabei unter anderem um die Etablierung von Ausbildungsstätten für islamische Religionslehrer und Imame sowie Themen wie extremistischer Islamismus und Geschlechtergerechtigkeit«, sagt Tuba Isik-Yigit im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Sie ist als Einzelperson zur Konferenz entsandt, fühlt sich aber besonders den Anliegen des im Jahr 2007 gegründeten Aktionsbündnisses muslimischer Frauen verpflichtet, dessen Vorstand sie angehört.

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Von Bernd Bexte. Erschienen am 12.05.2010 im Westfalen-Blatt.

Mit diesem interessanten Thema befasste sich am 15.04.2010 die Studentische Initiative "Global-Market-Forum" der Frankfurt School of Fnance & Management unter der Federführung von Savas Bayram. Der Sozialwissenschaftler Kamuran Sezer, die Rechtsanwältin Kadriye Aydin, Professor Dr. Erich Barthel, die Zahnärztin Ezhar Cezairli und die Autorin Ines Balcik diskutierten über verschiedene Facetten der beruflichen Integration muslimischer Frauen, über damit verbundene Herausforderungen und Lösungsstrategien.

Den Bericht zur Tagung finden Sie hier.

In Deutschland schwankt die geschlechtsspezifische Lohnlücke je nach Statistik zwischen 20 und 30 Prozent. Das Statistische Bundesamt ermittelt 23 Prozent Verdienstgefälle für das Jahr 2007, und sie stagniert seit Jahren. Der sogenannte Gender Pay Gap als Thema ist seit 100 Jahren aktuell geblieben und das, obwohl der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ mittlerweile rechtlich mehrfach verankert ist. Formal dürften also keine Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern auftreten.
Diese Differenz ist auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen. So arbeiten Frauen häufiger in Branchen, in denen das Entgeltniveau niedriger ist, sind Frauen seltener in gut bezahlten Führungspositionen vertreten und verfügen über weniger Berufsjahre, was sich negativ auf Gehaltsentwicklungen auswirkt. Bestehende Rollenbilder beeinflussen die Aufgabenverteilung in den Familien und das sich auf das Einkommen auswirkende Berufswahlverhalten. Schließlich sind staatliche Rahmenbedingungen für die Entgeltunterschiede mitverantwortlich.

Um auf die Entgeltunterschiede in Deutschland aufmerksam zu machen, hat der Business and Professional Women Germany e. V. 2008 den ersten Equal Pay Day / Tag der Entgeltungleichheit in Deutschland initiiert. Am 26. März 2010 fand in Berlin am Brandenburger Tor der dritte Equal Pay Day statt, der in diesem Jahr vom Deutschen Frauenrat aufgerufen und organisiert wurde, an dem auch das Aktionsbündnis muslimischer Frauen teilnahm. Der Deutsche Frauenrat ist der Zusammenschluss von mehr als 55 bundesweit agierenden Frauenverbänden und -gruppen gemischter Verbände und Organisationen. Gemeinsames Ziel ist die Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen der Gesellschaft und Politik.

Der Deutsche Frauenrat bringt mit der Unterstützung seiner zahlreichen Mitgliedsverbände das Thema in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Ziel ist, die Bundesregierung, die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft und die Gewerkschaften zu veranlassen, die Ursachen der Engeltungleichheit anzugehen und Lösungen zu finden.

Mehr zu dem Thema findet man beim Frauenrat oder unter www.equalpayday.de.

Zusammengestellt von: Saima Mirvic-Rogge
Berlin, 31.03.2010

Das Aktionsbündnis muslimischer Frauen in Deutschland e.V. lud am 21.03.10 zur ersten Mitgliederversammlung in Bonn ein.
Nach Vorstellung der Aktivitäten der vergangenen vier Monate, gab der Vorstand einen Ausblick auf anstehende Aktivitäten und Aufgaben. In Kürze wurde die Bildung von Arbeitsgruppen umrissen, die in Zukunft verschiedene Themen bearbeiten sollen.
Im Anschluss fanden die Vorstandswahlen statt; es stellten sich 13 Kandidatinnen zur Wahl.

Mit sehr großer Zustimmung (65 von 67 Stimmen) wurde Tuba Isik-Yigit wiedergewählt, die zusätzlich zu Ihrem Engagement im AmF auch Mitglied der kommenden Islamkonferenz ist.

Insgesamt setzt sich der neue Vorstand wie folgt zusammen (in alphabetischer Reihenfolge):
1. Soraia Adgham
2. Gabriele Boos-Niazy
3. Tuba Isik-Yigit
4. Gülüzar Keskin
5. Katja Schöneborn
6. Nurhan Soykan
7. Maryam Brigitte Weiß

Damit wird das AmF nun von deutsch-, türkisch- und arabisch/italienischstämmigen Vertreterinnen repräsentiert und symbolisiert damit ansatzweise die Vielfalt der Mitglieder.

Der neue Vereinsvorstand freut sich auf die zukünftigen, sicherlich interessanten Herausforderungen und hofft auf rege Unterstützung durch die Mitglieder.

Anlässlich des Weltfrauentags fordert das Aktionsbündnis muslimischer Frauen in Deutschland e.V. alle gesellschaftlichen Gruppen zu größerer Toleranz und Akzeptanz, die Politik zu größerer Sensibilität und die Frauen zu größerer Solidarität untereinander auf.

Die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankerte Gleichstellung der Geschlechter ist in vielen Bereichen noch längst nicht erreicht. Davon kündet nicht nur die bestehende Einkommenskluft von ca. 23 % zwischen Frauen und Männern, sondern auch die Tatsache, dass Frauen aller Altersgruppen überproportional von Sozialleistungen des Staates abhängig sind und nach wie vor die Hauptlast der Kindererziehung und der Haushaltsführung tragen, selbst wenn sie Vollzeit berufstätig sind.

Die von vielen Vorurteilen bisher weitgehend verhinderte Chancengleichheit muslimischer Frauen mit Kopftuch auf dem Arbeitsmarkt wird von vielen gesellschaftlichen und politischen Akteuren zwar gesehen, es werden leider jedoch keine adäquaten Konsequenzen gezogen. Im Gegenteil. Die vom Innenminister kürzlich gemachte Äußerung, die Erlaubnis zum Tragen eines Kopftuches in seiner Behörde von der Motivation seiner Trägerin abhängig zu machen (wer soll diese prüfen?) und ein grundgesetzlich geschütztes Recht als möglicherweise ungebührliches Verhalten zu definieren (auch hier wieder die Frage: wer trifft diese Entscheidung?) zeigt, dass die Leitlinien des so genannten Kopftuchurteils des Bundesverfassungsgerichts von 2003 immer noch nicht in das Bewusstsein Verantwortung tragender Kreise eingedrungen sind.

Aber auch wir Frauen sollten bestrebt sein die bestehenden Probleme ergebnisorientiert zu lösen. Dazu brauchen wir die Bündelung unserer Kräfte. Wir müssen näher zusammenrücken und uns gegenseitig unterstützen. Hierbei spielt es keine Rolle ob es sich um religiöse oder areligiöse, um arme oder reiche, weiße oder schwarze, eingewanderte oder einheimische Frauen handelt.

Das Aktionsbündnis muslimischer Frauen setzt sich zwar insbesondere für die Belange der muslimischen Frauen ein, die oft Mehrfachdiskriminierungen ausgesetzt sind, solidarisiert sich aber auch mit allen Frauen und Frauenorganisationen, die sich gegen Ausbeutung und Diskriminierung sowie gegen Gewalt an Frauen einsetzten.

Gewalt gegen Frauen hat viele Facetten – von verbalen Angriffen bis hin zu brutalen physischen Attacken, von Psychoterror bis zur offenen Gewalt. Viele dieser Marginalisierungen und Diskriminierungen werden häufig öffentlich kaum sichtbar, so z.B. verweigerter Zugang zu Bildung, politisch initiierte Berufsverbote und die Erschwerung oder gar Verhinderung gesellschaftlicher Teilhabe.
Das neu gegründete Aktionsbündnis muslimischer Frauen in Deutschland spricht sich gegen alle Formen der Gewalt gegenüber Frauen aus.
Als Vereinigung muslimischer Frauen sehen wir eine unserer Aufgaben darin, das nicht nur auf dem säkularen Humanismus basierende Verbot von Gewalt gegen Mitmenschen zu vertreten, sondern auch das von den Religionen bekräftigte Gebot der Geschlechtergerechtigkeit und der strikten Ablehnung von Gewalt gegen Frauen und Kinder wieder stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. Die Ressourcen, die die Religionen in diesem Bereich bieten, müssen zum Wohl und zur Unterstützung aller Frauen genutzt werden.

Wir sollten uns nicht scheuen, die Vielfalt der Zugänge – und Religion ist einer davon – zu den unterschiedlichen Menschen auch in ihrer ganzen Bandbreite zu nutzen; hier darf es keine Tabus geben.
Dabei tragen einerseits diejenigen Verantwortung, die als Mitglieder einer religiösen Gemeinschaft religiöse Begriffe mit Inhalt füllen, andererseits aber auch diejenigen, die – aus welchen Beweggründen auch immer – eine religiöse Lebensweise anderer als potentiell gefährlich stigmatisieren. So hat beispielsweise die Diskreditierung des Kopftuches als Zeichen „gegen die Menschenwürde, die Gleichberechtigung nach Artikel 3 des Grundgesetzes, die Freiheitsgrundrechte oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung“ (Schulgesetz NRW) dazu beigetragen, dass muslimische Frauen mit und selbst ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit vermehrt Angriffen verschiedenster Art ausgesetzt sind.
Um die Situation aller Frauen nachhaltig zu verbessern appellieren wir an alle gesellschaftlichen und religiösen Gruppen, nicht gegeneinander, sondern miteinander zu agieren und damit eine positive Entwicklung in Gang zu setzen.

Der Vorstand

Köln, 24.11.2009