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"Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland
Lebenswelten – Denkmuster – Herausforderungen" Von Aladin El-Mafaalani und Ahmet Toprak
Herausgegeben von der Konrad-Adenauer-Stiftung, 2011

Der Untertitel: „Mit dem Daumen auf der Waagschale auf der Suche nach dem
spezifisch Muslimischen“ hätte den Inhalt des Buches eher getroffen als der
gewählte, der suggeriert, realistische Einblicke in die Lebenswelten und Denkweisen
„der“ muslimischen Kinder und Jugendlichen zu geben.

Lt. Vorwort der Koordinatorin für Frauen und Familienpolitik der Konrad-Adenauer-
Stiftung, Christine Henry Huthmacher, möchten „Die Verfasser des Buches
[...] Lehrern, Lehrerinnen und pädagogisch Interessierten aufzeigen, wie es zu
irritierendem, befremdlichen [sic] und sozial unerwünschtem Verhalten kommt, um
daraus konkrete Verhaltens- und Handlungsmuster abzuleiten.“

Während die Praxistipps für den einen oder anderen vielleicht noch nutzbar
sind – schlimm genug, wenn die angesprochene Zielgruppe im Hinblick auf ihre
interkulturellen Kompetenzen noch auf dem Stand ist, dass sie sie benötigt – können
die Autoren dem Anspruch, einen Einblick in muslimische Lebenswelten zu liefern,
aus folgenden Gründen nicht gerecht werden:

  • Begriffe werden nicht, wie in der Wissenschaft eigentlich üblich, definiert.
    Im Verlauf des Buches werden die Begriffe „muslimisch“, „traditionell-
    muslimisch“, „türkeistämmig“, „arabisch“, „mit Migrationshintergrund“ munter
    gemischt, manchmal synonym verwendet, manchmal differenzierend.
  • Die Auswahl und der Umgang mit Studien sowie wissenschaftlicher Literatur
    zeigt deutlich, dass die Autoren ihre These – die Divergenzen zwischen den
    Werten, dem Erziehungsstil und den -methoden muslimischer Eltern und denen
    der Mehrheitsgesellschaft seien eine der Hauptursache der Probleme für den
    mangelnden Schulerfolg – auf Biegen und Brechen beweisen wollen.

    • Zum Beleg der rückständigen Erziehungsziele und –stile der zweiten oder
      dritten Generation muslimischer Familien in deutschen Städten werden
      (ur)alte Untersuchungen über in der ländlichen Türkei lebenden Familien
      herangezogen.
    • Eigene neuere Untersuchungen der Autoren, auf die Bezug genommen
      wird, basieren zum Teil auf Fallzahlen, für deren Auswertung man
      nicht einmal einen Taschenrechner braucht. Anhand dieser kaum als
      existent zu bezeichnenden Datenlage werden „Lebenswelten“ ganzer
      Bevölkerungsgruppen beschrieben.
    • Untersuchungen aus der neueren Migrationsforschung werden entweder
      komplett ignoriert oder sie werden so selektiv zitiert, dass ein völlig verzerrtes
      Bild entsteht.
  • Die Abschnitte, die sich mit dem Islam beschäftigen, enthüllen ein eklatantes
    Nicht-Wissen der Autoren selbst über grundlegende religiöse Pflichten.
  • Bei der Beschreibung der Lebenswelten wird ohne Zögern in nicht unerheblichem
    Umfang auf einen Text, an dem Toprak mitgearbeitet hat, zurückgegriffen,
    der als Expertise zu gewalttätigen männlichen Jugendlichen aus dem so
    genannten "muslimischen" Umfeld im Herbst letzten Jahres für das BMFSFJ
    erstellt wurde.

So ist am Ende festzuhalten, dass dieses Buch, das in praktischer Hinsicht etwas
hätte bieten können, jetzt vermutlich hauptsächlich der Verbreitung von Klischees
Vorschub leisten wird, was angesichts der Diskussionen um „die Muslime“ und „den
Islam“ schlicht verantwortungslos ist.

Was bleibt ist die Hoffnung, dass Lehrerinnen und Lehrer in der Praxis bereits
die ganze Bandbreite muslimischer/türkeistämmiger/arabischer Jugendlicher
kennengelernt haben, die reichlich vorhandenen Klischees also erkennen und sich
allenfalls von den praktischen Ratschlägen der Autoren oder den Anmerkungen zum
deutschen Bildungssystem inspirieren lassen.

Die Wichtigkeit, Eltern mit schwachen oder mangelnden Erziehungskompetenzen
zu vermitteln, welche Fertigkeiten ihren Kindern nützen und wie sie diese
fördern können und sie auch diesbezüglich in die Verantwortung zu nehmen, ist
völlig unstrittig. Wenn tatsächliche oder unterstellte Defizite jedoch, wie in dem
vorliegenden Buch geschehen, mit der Ethnie oder der Religionszugehörigkeit
verknüpft werden und dieses „Milieu“ einer idealisierten autochthonen
Mittelschicht („Bildung um der Bildung Willen“) gegenübergestellt wird, bleibt die
Wissenschaftlichkeit auf der Strecke und bestehende „Feindbilder“ beider Seiten
verfestigen sich.

Aus unserer Sicht sollte es eine breite gesellschaftliche Diskussion über die
schulische Bildung, angemessene Erziehungsstile und –ziele und elterliche
Erziehungsverantwortung geben, aber auch darüber, welche Strukturen dazu
beitragen, dass Eltern ihre Verantwortung wahrnehmen können und welche sie
möglicherweise daran hindern.

Eine solche Debatte könnte dazu führen, nicht immer nur den Splitter im Auge
des Anderen zu sehen, sondern schlussendlich gemeinsam vom Besten aus
unterschiedlichen Kulturen zu profitieren.

Wesseling, November 2011

Gabriele Boos-Niazy
Dipl. Soz. Wiss.
Vorstandsmitglied

Aktionsbündnis muslimischer Frauen e. V.

(PDF ansehen)

Die Langfassung der Stellungnahme mit vielen Details sowie Ergebnissen anderer
Studien aus der Migrationsforschung finden Sie hier.

Köln, den 03.07.11
Pressemitteilung
AmF- Tagung „Zwischen Geschlechtergerechtigkeit und Diskriminierung“ erfolgreich verlaufen
Unter dem Themenschwerpunkt „Zwischen Geschlechtergerechtigkeit und Diskriminierung - Zu Partizipation und Interessenvertretung für Musliminnen in Deutschland" veranstaltete das Aktionsbündnisses muslimischer Frauen in Deutschland e. V. vom 02.-03.Juli 2011 in Köln eine Tagung, an der ca. 80 Musliminnen aus ganz Deutschland teilnahmen.
Sowohl politische als auch theologische Perspektiven des Themas wurden beleuchtet, so referierte Tuba Isik-Yigit über die Ergebnisse der Deutschen Islam Konferenz und Rabeya Müller über Geschlechtergerechtigkeit aus islamischer Sicht. Beeindruckt waren die Musliminnen von den Vorträgen von Henny Engels, der Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats, dem das AmF als jüngstes Mitglied angehört. Auch die Referentin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Frau Dazert bescherte den Tagungsteilnehmerinnen anhand der wechselvollen Geschichte ihres Verbandes einige „Aha“-Erlebnisse. Dies und die angebotenen Arbeitsgruppen trugen dazu bei, dass die Teilnehmerinnen den kommenden Herausforderungen gelassener entgegen sehen.
„Ich bin selbst überrascht, wie viele extrem motivierte junge Frauen hier versammelt waren. Das macht mich zuversichtlich, was die Durchsetzung der Rechte muslimischer Frauen angeht, sowohl innerhalb der Mehrheitsgesellschaft als auch innerhalb unserer Community.“ sagte eine der beiden Vorsitzenden des Amf, Gabriele Boos-Niazy.

Presseerklärung des Aktionsbündnisses muslimischer Frauen e.V. zum 100. Internationalen Frauentag am 8.März 2011

Seit nunmehr einhundert Jahren bietet der von einer deutschen Demokratin initiierte Internationale Frauentag jährlich Anlass nnezuhalten, zurückzublicken und auf bestehende Probleme hinzuweisen.

Respekt für die Kreativität und den Freiheitswillen von Frauen in Nordafrika
Unsere Anerkennung und unser Respekt gilt den Frauen verschiedenster Religionen, die sich in Tunesien, Ägypten und vielen anderen Ländern, in Gefahr für ihr Leben und ihre Unversehrtheit begeben. Sie demonstrieren mit, versorgen Verwundete und unterstützen die Bewegungen für Selbstbestimmung, Meinungsfreiheit und gegen korrupte Systeme auf kreative Weise auch dort, wo sie nicht auf die Straße gehen. An erster Stelle hoffen wir auf ein baldmögliches Ende der blutigen Kämpfe in Libyen und darauf, dass Menschen überall auf der Welt ihre Unzufriedenheit mit Ungleichbehandlung und der Zukunftslosigkeit heranwachsender Generationen äußern und an der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen entscheidend mitwirken können. Wir wünschen den Frauen in Nordafrika besonders, dass ihre Stimmen auch während der Regierungsneubildungen und der Weichenstellung für die Zukunft ihrer Länder gehört werden und sich ihr Engagement in einer angemessenen
Ämterbeteiligung niederschlägt.

In Deutschland finden wir muslimischen Frauen uns immer wieder als Betroffene in Islamdebatten wieder. Doch nur selten werden wir gefragt, wird das Gespräch mit uns gesucht, wird uns Unterstützung dafür angeboten, unsere Lage selbst zu verbessern. Deshalb hat sich das Aktionsbündnis muslimischer Frauen im Herbst 2009 gegründet, um gemeinsam Probleme in der deutschen Gesellschaft und in den eigenen Gemeinschaften anzupacken. Viele Musliminnen im Land scheinen auf eine solche Möglichkeit, direkt in den gesellschaftspolitischen Debatten vertreten zu sein gewartet zu haben; innerhalb von 11 Monaten wurden über 300 Frauen Mitglied in unserem Bündnis. Darüber hinaus fand unsere Initiative vor allem in der Frauenbewegung Widerhall. Im November 2010 wurde das AmF in den Deutschen Frauenrat aufgenommen.

Betroffene Frauen müssen erfahren, dass ihnen geholfen wird!

Das AmF begrüßt die Bemühungen der Bundesregierung zur Stärkung der Rechte von Betroffenen von Zwangsverheiratung. Wichtigstes Ziel sollte dabei sein, bundesweit betroffenen Frauen über ihre Rechte und Möglichkeiten aufzuklären und sensibel zu beraten. Beratungs- und Schutzangebote müssen aufgebaut werden, die Frauen direkt und wirksam erreichen. Derzeit vorgesehene Erhöhungen der hebestandszeit laufen Gefahr, dafür zu sorgen, dass Frauen aus Angst vor Abschiebung in lebensbedrohlichen und unwürdigen Situationen ausharren. Abgesehen davon unterstützt das AmF die Stärkung der Rückkehrrechte von Betroffenen.

Islamdebatten des vergangenen Jahres waren eine Herausforderung

Der Blick in deutsche Medien brachte im vergangenen Jahr wieder täglich neue Herausforderungen. In dem häufig gezeichneten Bild von gewalttätigen, muslimischen Transfergeldempfängern konnten wir weder uns noch unsere männlichen Familienmitglieder wiedererkennen. Sehr wohl erkennen wir uns hingegen wieder in dem von der Bundesjustizministerin geäußerten Bekenntnis zu Religionsfreiheit und Gleichheit der Religionen auch im Bezug auf die Ausübung, zu Gleichbehandlung und gleichen Rechte als Frauen. Dazu gehören unserer Auffassung nach Zugangschancen zu Bildung und zum Arbeitsmarkt, Schutz vor Gewalt ob in der Öffentlichkeit oder im eigenen Familienkreis.

Das AmF begrüßt, unterstützt und ist bereit zur Mitarbeit bei all jenen Initiativen, die sich der Stärkung der im Grundgesetz verbürgten Rechte auf Menschenwürde, körperliche Unversehrtheit, Religions- und Meinungsfreiheit sowie des gesundheitlichen, wirtschaftlichen und geistigen Wohlbefindens von Frauen widmen, insbesondere muslimischer Frauen, denn hier liegt unsere größte Kompetenz.

Freiheit aller Religionen und Weltanschauungen ermöglichen, willkürliche
Ausgrenzungen verhindern! Wir setzen uns ein.

Wesseling, 08.03.2011

Aktionsbündnis muslimischer Frauen e. V.
www.muslimische-frauen.de
E-Mail: info@www.muslimische-frauen.de

PDF-Version der Pressemitteilung zum download hier.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
als Sie vor zwei Monaten Ihr Amt antraten, konnten Sie dies gewiss nicht ahnen: Dass ein (ehemaliger) Bundesbankvorsitzender eine Debatte in Gang setzen würde, in der sich allgemeine Bedenken gegen eine verfehlte Integrationspolitik mit biologistischen Annahmen über mindere Intelligenz vermengen. Dass in sämtlichen Nachrichtenmagazinen, Zeitungen und Sendern pauschalisierend über etwaige intellektuelle, charakterliche, soziale und professionelle Defizite des muslimischen Bevölkerungsanteils diskutiert werden würde. Dass von Musliminnen und Muslimen – egal ob sie deutsche Staatsbürger sind oder auch hier geboren wurden – generalisierend als „Migranten“ gesprochen würde und wir sogar im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen die offizielle Rückkehr des Wortes „Ausländer“ erleben. ...weiterlesen "Presseerklärung zum 14.09.10 – Offener Brief deutscher Musliminnen und Muslime an den Bundespräsidenten Christian Wulff"

Anlässlich des Weltfrauentags fordert das Aktionsbündnis muslimischer Frauen in Deutschland e.V. alle gesellschaftlichen Gruppen zu größerer Toleranz und Akzeptanz, die Politik zu größerer Sensibilität und die Frauen zu größerer Solidarität untereinander auf.

Die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankerte Gleichstellung der Geschlechter ist in vielen Bereichen noch längst nicht erreicht. Davon kündet nicht nur die bestehende Einkommenskluft von ca. 23 % zwischen Frauen und Männern, sondern auch die Tatsache, dass Frauen aller Altersgruppen überproportional von Sozialleistungen des Staates abhängig sind und nach wie vor die Hauptlast der Kindererziehung und der Haushaltsführung tragen, selbst wenn sie Vollzeit berufstätig sind.

Die von vielen Vorurteilen bisher weitgehend verhinderte Chancengleichheit muslimischer Frauen mit Kopftuch auf dem Arbeitsmarkt wird von vielen gesellschaftlichen und politischen Akteuren zwar gesehen, es werden leider jedoch keine adäquaten Konsequenzen gezogen. Im Gegenteil. Die vom Innenminister kürzlich gemachte Äußerung, die Erlaubnis zum Tragen eines Kopftuches in seiner Behörde von der Motivation seiner Trägerin abhängig zu machen (wer soll diese prüfen?) und ein grundgesetzlich geschütztes Recht als möglicherweise ungebührliches Verhalten zu definieren (auch hier wieder die Frage: wer trifft diese Entscheidung?) zeigt, dass die Leitlinien des so genannten Kopftuchurteils des Bundesverfassungsgerichts von 2003 immer noch nicht in das Bewusstsein Verantwortung tragender Kreise eingedrungen sind.

Aber auch wir Frauen sollten bestrebt sein die bestehenden Probleme ergebnisorientiert zu lösen. Dazu brauchen wir die Bündelung unserer Kräfte. Wir müssen näher zusammenrücken und uns gegenseitig unterstützen. Hierbei spielt es keine Rolle ob es sich um religiöse oder areligiöse, um arme oder reiche, weiße oder schwarze, eingewanderte oder einheimische Frauen handelt.

Das Aktionsbündnis muslimischer Frauen setzt sich zwar insbesondere für die Belange der muslimischen Frauen ein, die oft Mehrfachdiskriminierungen ausgesetzt sind, solidarisiert sich aber auch mit allen Frauen und Frauenorganisationen, die sich gegen Ausbeutung und Diskriminierung sowie gegen Gewalt an Frauen einsetzten.

Gewalt gegen Frauen hat viele Facetten – von verbalen Angriffen bis hin zu brutalen physischen Attacken, von Psychoterror bis zur offenen Gewalt. Viele dieser Marginalisierungen und Diskriminierungen werden häufig öffentlich kaum sichtbar, so z.B. verweigerter Zugang zu Bildung, politisch initiierte Berufsverbote und die Erschwerung oder gar Verhinderung gesellschaftlicher Teilhabe.
Das neu gegründete Aktionsbündnis muslimischer Frauen in Deutschland spricht sich gegen alle Formen der Gewalt gegenüber Frauen aus.
Als Vereinigung muslimischer Frauen sehen wir eine unserer Aufgaben darin, das nicht nur auf dem säkularen Humanismus basierende Verbot von Gewalt gegen Mitmenschen zu vertreten, sondern auch das von den Religionen bekräftigte Gebot der Geschlechtergerechtigkeit und der strikten Ablehnung von Gewalt gegen Frauen und Kinder wieder stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. Die Ressourcen, die die Religionen in diesem Bereich bieten, müssen zum Wohl und zur Unterstützung aller Frauen genutzt werden.

Wir sollten uns nicht scheuen, die Vielfalt der Zugänge – und Religion ist einer davon – zu den unterschiedlichen Menschen auch in ihrer ganzen Bandbreite zu nutzen; hier darf es keine Tabus geben.
Dabei tragen einerseits diejenigen Verantwortung, die als Mitglieder einer religiösen Gemeinschaft religiöse Begriffe mit Inhalt füllen, andererseits aber auch diejenigen, die – aus welchen Beweggründen auch immer – eine religiöse Lebensweise anderer als potentiell gefährlich stigmatisieren. So hat beispielsweise die Diskreditierung des Kopftuches als Zeichen „gegen die Menschenwürde, die Gleichberechtigung nach Artikel 3 des Grundgesetzes, die Freiheitsgrundrechte oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung“ (Schulgesetz NRW) dazu beigetragen, dass muslimische Frauen mit und selbst ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit vermehrt Angriffen verschiedenster Art ausgesetzt sind.
Um die Situation aller Frauen nachhaltig zu verbessern appellieren wir an alle gesellschaftlichen und religiösen Gruppen, nicht gegeneinander, sondern miteinander zu agieren und damit eine positive Entwicklung in Gang zu setzen.

Der Vorstand

Köln, 24.11.2009

Am 22.November 2009 gründete sich ein bundesweiter Verein zur Vertretung der Interessen muslimischer Frauen in Deutschland.

Das seit 2007 bestehende Aktionsbündnis hat sich eine vereinsrechtliche Struktur gegeben. Mit der Gründung eines bundesweiten Vereins streben muslimische Frauen an, gemeinsame Anliegen besser zu vertreten. Der Verein setzt sich für die Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe von Musliminnen ein. Er wendet sich gegen nationalistische und rassistische Anschauungen und fördert das interreligiöse und interkulturelle Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Besonderes Anliegen des Vereins ist die Förderung muslimischer Frauen bei der Wahrnehmung ihrer Rechte. Die Gründung der Interessenvertretung muslimischer Frauen wurde unterstützt durch das Dialogforum, in dem sich muslimische Vertreterinnen und Mitarbeiterinnen von Bundesministerien seit 5 Jahren regelmäßig auf gemeinsame Einladung der Bundesintegrationsbeauftragten, des BmFSFJ und der Muslimischen Akademie in Deutschland beraten.

Der Vorstand erklärte anlässlich der Gründung: „Muslimische Frauen sind bisher immer noch zu wenig auf politischer und zivilgesellschaftlicher Ebene repräsentiert.“ Er führt weiterhin aus: „Unter anderem strebt das Aktionsbündnis an, muslimische Frauen in Gremien der Bundesregierung wie z.B. der Deutschen Islamkonferenz und Anhörungen in deutschen Parlamenten zu vertreten.“

Gabriele Boos-Niazy, Mitglied des Vorstands, sagte dazu: „Wir alle sind politisch und zivilgesellschaftlich aktiv. Einige unserer Gründungsmitglieder sind innerhalb islamischer Organisationen engagiert, andere in islamischen Fraueninitiativen.“

Neben der Gründung eines Vereins wurde die Tagung zur Vernetzung und Abstimmung mit der bundesweiten Frauenhauskoordinierung genutzt.

Kontakt
info@www.muslimische-frauen.de
Postfachadresse: 250201, 50518 Köln

Gabriele Boos-Niazy (Stelv. Vorsitz)
Tuba Isik-Yigit (Vorstandsmitglied)
Gülüzar Keskin (Vorstandsmitglied)
Ayten Kilicarslan (Vorsitz)
Sevgi Sentürk (Kassenwart)
Katja Schöneborn (Vorstandsmitglied)
Selma Öztürk (Vorstandsmitglied)

Köln, 23.11.2009